Pressekonferenz ÖMCCV - Forschungsförderungspreis 09.04.2008
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Der heurige Forschungsförderungspreis auf dem Gebiet der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wurde am 9. April von der Betroffenenvereinigung ÖMCCV an Dr. Sieglinde Angelberger von der Med.Univ.Wien (AKH) für ihre Arbeit einer „maßgeschneiderten Therapie“ bei besonders schweren Verlaufsformen des Morbus Crohn vergeben: "NOD2/CARD 15 gene variants are linked to failure of antibiotic treatment in perianal fistulating Crohn´s disease" |
Dr. Sieglinde Angelberger from General Hospital Vienna |
![]() picture: Ing. Franz Schiener/ÖMCCV, 2008 (from left to right) DI K. Wanzel, Mag. J.Mair/beide Abbott Ges.mbH, Mag. H. Fried, Wr. Städtische AG Vienna Insurance Group, Dr. S. Angelberger, Preisträgerin, Prim. Dr. P. Weiss, KH d.Barmherzigen Schwestern, Abt.f. Innere Medizin und Psychosomatik, E. Fiedler, ÖMCCV, Ch. Gmeinder, ÖMCCV |
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Statement Elisabeth Fiedler
ÖMCCV-Vorstandsmitglied, EFCCA-Delegierte
1020 Wien, Ob. Augartenstr. 26-28
"Die Österreichische Morbus Crohn/Colitis ulcerosa-Vereinigung vergibt seit 1990 - je nach ihren finanziellen Möglichkeiten einen Forschungsförderungspreis (FFP). Dieser soll dazu dienen, wissenschaftliche Arbeiten, welche das Thema chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) zugrunde haben, zu initiieren, zu fördern und anzuerkennen. Im heurigen Jahr 2008 wird der FFP in der Höhe von &eur; 3500.-- übergeben. Dieser Preis wurde heuer gemeinsam dotiert von der ÖMCCV, der Wr. Städtischen Versicherung Vienna Insurance Group und der Abbott Gesellschaft m.b.H. Eingereicht wurden drei ausgezeichnete Arbeiten unterschiedlicher Art und Thematik, und zwar: Dr.Sieglinde Angelberger et al. (Medizinische Universität Wien): "NOD2/CARD15 gene variants are linked to failure of antibiotic treatment in perianal fistulating Crohn´s disease", Dr.Alexander Moschen et al. (Universitätsklinik für Innere Medizin, Innsbruck): "Visfatin, an Adipocytokine with Proinflammatory and Immunomodulating Properties", und Angela Tröber (Schule für Gesundheits- und Krankenpflege des Ausbildungszentrums West, Hall in Tirol): "Diagnose Morbus Crohn " Aufgeklärt oder alleine gelassen? Entsprechend der Entscheidung der Jury geht der Preis dieses Jahr an Frau Dr.Angelberger, da das Ergebnis ihrer Arbeit eine unmittelbare praktische Relevanz für CED-Kranke bedeutet und bewirkt." |
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Statement
WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG
VIENNA INSURANCE GROUP
1010 Wien, Schottenring 30
http://www.wienerstaedtische.at
Mag. Hermann Fried, Leiter Personenversicherung
"Die bestmögliche medizinische Versorgung ist uns als einem der führenden, privaten österreichischen Gesundheits- und Pflegeversicherer ein wichtiges Anliegen. Engagiertes Sponsoring für soziale Projekte und Organisationen hat bei der Wiener Städtischen eine lange Tradition, wir fördern zahlreiche Initiativen zur Erhaltung der Gesundheit und zur Prävention. Gerne unterstützen wir den Forschungsförderungspreis für chronisch entzündliche Darmerkrankungen und damit die Selbsthilfevereinigung ÖMCCV und wünschen dieser Initiative weiterhin viel Erfolg." |
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Statement Prim. Dr. Peter Weiss
Abteilung für Innere Medizin und Psychosomatik
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien
Betriebsgesellschaft m.b.H.
1060 Wien, Stumpergasse 13
"Zunächst möchte ich mich bei der ÖMCCV für die Initiative bedanken, Forschungsprojekte zu CED zu unterstützen und zu prämieren. Eine sich am Patienten orientierende Forschungsausrichtung ist eine wichtige Ergänzung zu der stark von der Pharmaindustrie dominierten Mainstream Forschung. Ein Hauptanliegen der Arbeitsgruppe für CED im Rahmen der ÖGGH in Zusammenarbeit mit der ÖMCCV war im vergangenen Jahr die Achtsamkeit für diese Erkrankungen durch Informationskampagnen zu erhöhen, sowohl in der ärztlichen Kollegenschaft, als auch in der Bevölkerung. Für Österreich muss man etwa mit 80.000 Menschen rechnen, die von diesen Krankheiten betroffen sind. Obwohl also diese Erkrankung in Österreich keine Seltenheit ist, ist der Informationsgrad ein sehr geringer: in einer Umfrage können nur 7 % die Begriffe Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa Darmerkrankungen zuordnen. Dementsprechend lange ist noch immer die Zeit, die vergeht zwischen dem Erstauftreten von Beschwerden und der endgültigen Diagnose: dies kann beim Morbus Crohn bis zu 8 Jahren dauern und bei der Colitis ulcerosa immerhin 2 Jahre! Die letzten Jahre brachten wesentliche Fortschritte bei den Behandlungsmöglichkeiten dieser Erkrankungen nicht zuletzt durch die Zulassung neuer Medikamente wie der Biologika. Ebenso bahnbrechend waren die Erkenntnisse die Ätiologie betreffend, wo der genetische Anteil nunmehr klar evident ist. Da die zahlreichen Therapieoptionen auch mit teils schweren Nebenwirkungen verbunden sind, ist es notwendig, individuelle Therapiekonzepte mit dem Patienten zu entwickeln. Im Einzelfall wissen wir bei der Erstdiagnose zu wenig darüber, welchen Verlauf die Erkrankung bei diesem Individuum einschlagen wird. Und so ist es die vordringliche Aufgabe Prognosemarker zu entwickeln um jene Personen herauszufiltern, die von einer aggressiven Therapie profitieren und damit zu vermeiden, dass überschießend PatientInnen behandelt werden, die mit einer moderaten Therapie das Auslangen finden. Die Arbeit von Herrn Dr. Moschen hat zweifellos einen hohen wissenschaftlichen Stellenwert, was sich in der hochkarätigen Publikation in der Zeitschrift "Journal of Immunology" widerspiegelt. Ich habe als Psychosomatiker natürlich die Arbeit von Frau Töber mit besonderem Interesse gelesen, weil ich das Thema Patienteninformationsgrad für einen ganz wesentlichen Teil der Patientenzufriedenheit halte, sogar unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Den Vorzug aller eingereichten Arbeiten hat jene von Frau Dr. Angelberger bekommen mit dem Titel "NOD2/CARD15 gene variants are linked to failure of antibiotic treatment in perianal fistulating Crohn´s disease". Es handelt sich um einen wichtigen, praxisrelevanten Beitrag um eine für die einzelne PatientIn individuell maßgeschneiderte Therapie erstellen zu können bei einer besonders schweren Verlaufsform des Morbus Crohn, nämlich jener, die durch Fisteln im perianalen Bereich kompliziert wird. Ich gratuliere der Preisträgerin sehr, sehr herzlich" |
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Statement Dr. Sieglinde Angelberger
MedUnversität Wien, Klinische Abt. f. Innere Medizin III/AKH Wien
Abt. für Gastroenterologie und Hepatologie
1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20
"Unsere Daten zeigen, dass das Fehlen einer Veränderung im NOD2/CARD15 Gen eine Voraussetzung für die Wirksamkeit einer antibiotischen Therapie bei fistulierendem MC ist. Diese Beobachtung lässt vermuten, dass entweder eine Verminderung der eigenen Abwehrmechanismen der Schleimhaut aufgrund einer NOD2/CARD15 Mutation zu einer veränderten Darmflora führt, die schlechter auf eine antibiotische Therapie anspricht, oder aber, dass die von bestimmten Schleimhautzellen abgegebenen antibakteriellen Stoffen mit den Antibiotika in der Bekämpfung der Bakterien zusammenwirken und so die Wirksamkeit der antibiotischen Therapie bei Patienten ohne NOD2/CARD15 Mutation verstärken. Dies könnte somit einen ersten wesentlichen Schritt in Richtung einer auf den Patienten mit Morbus Crohn „maßgeschneiderte“ Therapie darstellen. Die rechtzeitige Erwägung therapeutischer Alternativen bei Patienten mit perianaler Fistulierung und gleichzeitigem Vorliegen von Mutationen im NOD2/CARD15 Gen könnte helfen, das Risiko für Nebenwirkungen unter einer antibiotischen Therapie zu minimieren." |









